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Interview mit Dipl.-Chem. Dr. Thomas Zahn, Ochsmann Chemie

Wie kann das Geruchsrisiko vermindert werden?

OTTERSTADT - Wasserbetten sind eine feine Sache. Wären da nicht diejenigen Fälle, in denen sich so genannte "Stinkmatratzen" gebildet haben. Haustex-Mitarbeiterin Angela Heinemann sprach mit Dipl.-Chemiker Dr. Thomas Zahn, dem Geschäftsführer der Ochsmann Chemie GmbH, über Ursachen und Möglichkeiten der Vermeidung von Geruchsbildung sowie andere Aspekte rund um die Pflege von Wasserbetten.

Haustex: Wenn ein Wasserbett zum "Stinker" geworden ist, endet jede Erholung für den Schläfer. Wie kommt es zu Stinkmatratzen?

Dr. Zahn: Ursache für Stinkmatratzen sind grundsätzlich Mikroorganismen, in erster Linie Bakterien aus der Familie der Pseudomonas. Noch können wir kein abschließendes Urteil fällen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Bakterien zusammen mit dem Wasser in die Matratze gelangen, ist am höchsten.

Haustex: Nun kann niemand etwas für die Qualität seines Leitungswassers. Muss man bei schlechtem Wasser auf ein Wasserbett verzichten?

Dr. Zahn: Keineswegs. Es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, mit denen sich die Wahrscheinlichkeit verringern lässt, ein Wasserproblem zu bekommen.

Haustex: Welche Maßnahmen sind das?

Dr. Zahn: Kein populärer, aber ein sachdienlicher Rat ist, das Bett kalt zu befüllen. Wassererwärmer im Haushalt sind häufig eine Quelle für Keimbelastungen. Außerdem wird bei der Aufheizphase das Mittel zur Wasseraufbereitung, der so genannte Konditionierer, gründlicher verteilt.
Haustex: Mischbatterien zur Wasserentnahme sind also bedenklich?

Dr. Zahn: Sie bergen auf jeden Fall ein hohes Risiko. Das gleiche gilt für manche Schläuche, mit denen das Wasser eingelassen wird. Wer einen benutzten Gartenschlauch zur Befüllung verwendet, muss sich über Geruchsbildung nicht wundern. Das sind ausgesprochene Bakterienschleudern.

Haustex: Folgerichtig dürfte der Händler nicht mit dem Schlauch befüllen, mit dem er anderswo ein beliebiges Wasserbett abgepumpt hat.

Dr. Zahn: Das stimmt. Ich denke, jeder korrekt arbeitende Händler wird hier zwei separate Schläuche haben, einen nur zum Befüllen, den anderen zum Entleeren.

Haustex: Zurück zum Wasser. Spielt der Kalkgehalt eine Rolle?

Dr. Zahn: Der Kalkgehalt des Wassers ist ein untergeordneter Aspekt. Es konnte keine Abhängigkeit zwischen Wasserhärte und Stinkerhäufigkeit festgestellt werden.

Haustex: Aber es gibt bei der Wasserqualität doch generell Unterschiede?

Dr. Zahn: Die gibt es. Man kann sagen, dass Gebiete mit Natur belassenem Trinkwasser anfälliger sind für Stinker, als solche, wo das Wasser mit Chlor behandelt wird. In chloriertem Wasser können sich keine Keime in der Hausinstallation anreichern.

Haustex: Sollte man vielleicht lieber nicht darüber nachdenken, was daheim aus dem Wasserhahn kommt? Was sagt der Wasserexperte?

Dr. Zahn: Das darf man nicht dramatisieren. Im Trinkwasser sind zwar Bakterien. Die schaden dem Menschen aber nicht. In der Wassermatratze sorgen sie allerdings für unerwünschtes biologisches Leben.

Haustex: Und dieses biologische Leben vernichtet der Konditionierer? Es gibt ja Vertreter der These, es sei gleichgültig, ob man Konditionierer in ein Wasserbett fülle oder nicht, die Chancen für einen Stinker seien gleich hoch...

Dr. Zahn: Die Wahrscheinlichkeit für einen Stinker ist bei korrekter Anwendung des Konditionierers niedriger als beim kompletten Verzicht darauf. Füllt man ihn zu spät ein bzw. zu wenig davon, hat man den Schutz in diesem Umfang natürlich nicht mehr.

Haustex: Was ist zu tun, wenn man es mit dem Einfüllturnus nicht so genau genommen hat?

Dr. Zahn: Wir empfehlen die doppelte Menge Konditionierer.

Haustex: Oder ein "Super-Shock-Produkt"? Das könnte vielleicht auch Stinker bekämpfen!?

Dr. Zahn: Super-Shock-Produkte sind hoch dosierte Konditionierer. Für den Kunden, der es mit dem Konditionierer-Einfüllen sehr leger gehandhabt hat, ist der Super-Shock in Ordnung. In Einzelfällen können Super-Shock-Produkte auch Stinkerprobleme lösen, meistens jedoch nur bei gleichzeitigem Wasserwechsel.

Haustex: Sie sagten eingangs, dass als Ursache für Stinkmatratzen das Wasser am ehesten in Frage kommt. Das schließt andere Quellen offensichtlich nicht ganz aus. Welchen Einfluss haben die Matratzen-Materialien auf das Wassermilieu?

Dr. Zahn: Es ist wahrscheinlich, dass sich auch Keime in den Materialien befinden können, zum Beispiel in den Fliesen oder in den Klebstoffen. Verschmutzungen an der Folie oder den Beruhigungsvliesen begünstigen das Bakterienwachstum, da hier ein erhöhtes Nährstoffangebot für die Keime vorliegt. Je sauberer der Wasserkern von innen ist, um so geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Verkeimung und letztendlich auch des Entstehens von Stinkern. Mit Verunreinigung ist ja nicht notwendigerweise "Schmutz" gemeint, sondern Substanzen, die zu den beschriebenen Reaktionen führen können.

Haustex: ...so wie auch von außen zugeführte Substanzen unerwünschte Reaktionen mit dem Vinyl hervorrufen können?

Dr. Zahn: Korrekt. Haushaltsreiniger sollten genau aus diesen Gründen zum Säubern der Wassermatratzen nicht verwendet werden. Dafür gibt es die entsprechenden Pflegeprodukte, die auf die Folien abgestimmt sind.

Haustex: Hin und wieder klagen Wasserbettschläfer über hartnäckige Luftbildung in den Matratzen. Steht auch das mit zugeführten Fremdstoffen oder Keimen in Verbindung?

Dr. Zahn: In den seltensten Fällen haben wir bei Luftbildung Bakterien gefunden. Die Luftentstehung ist bisher nicht aufgeklärt, jedoch ist die Beteiligung von Keimen sehr unwahrscheinlich. Wir arbeiten daran, um auch hier sobald wie möglich Abhilfe anzubieten.

aus Haustex 04/04 (Matratzen, Betten, Wasserbetten-Text
 
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